Energieausweis

bandtacho

Der Energieausweis für Wohngebäude (WG) wurde am 1. Juli 2008 gesetzlich eingeführt, seit dem 01.01.2009 besteht eine Ausweispflicht für alle Gebäude und seit Juli 2015 auch eine Aushangpflicht für alle Nichtwohngebäude (NWG) ab 250 m².

Vorwort:

  • Der Energieausweis ist das Resultat der Europäischen Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden, kurz EU-Richtlinie 2002/91/EG genannt.
  • Die Novelle von 2013 setzt die Richtlinie 2010/31/EU über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (Neufassung) und die Richtlinie 2012/27/EU zur Energieeffizienz mit Wirkung ab dem 1. Mai 2014 um.
  • Heute werden etwa 40 Prozent der EU-weit verbrauchten Energie nur für die Beheizung von Gebäuden benötigt. Ziel der Richtlinie ist die Energieeinsparung in Gebäuden.
  • Die aktuelle Energieeinsparverordnung „EnEV 2014“ bildet seit dem 01.05.2014 die gesetzliche Grundlage der Mindestanfordeungen für energieeffiziente Gebäude in Deutschland. Sie beinhaltet auch die gesetzlichen Regelungen zur Energieausweisverpflichtung.
  • Für Neubauten und wesentliche Umbauten sind Energiebedarfsausweise, schon mit der gesetzlichen Einführung der ersten EnEV am 01.02.2002, Pflicht.
  • Aktuelle Lesefassung der EnEV, einschl. der Änderungen auf Grund von Artikel 3 der Verordnung zum Asylverfahrensbeschleunigungsgesetz vom 24. Oktober 2015 (BGBl I S. 1789), in Kraft tretend am 28. Oktober 2015, können Sie hier nachlesen:  EnEV_2013 – nichtamtliche Lesefassung (PDF; 715 kB)

Was bezweckt der Energieausweis und wem hilft er?

  • Er kennzeichnet – ähnlich wie bei Haushaltsgeräten  – ein Gebäude hinsichtlich des Energiebedarfs – bzw. verbrauchs.
  • Er informiert Immobilienbesitzer, Mieter oder Kaufinteressenten über den energetischen Zustand eines Gebäudes.
  • Potenzielle Hauskäufer und Mieter bekommen damit einen Richtwert über die zu erwartenden Energiekosten (Nebenkosten) bei einem bestimmten Objekt.
  • Hinter jedem Energieausweis steckt bereits ein kleines Energie-Gutachten.
  • Er ist für jeden Gebäudebesitzer die Basis in die energiebewusste Gebäudesanierung.
  • Zudem werden im Energieausweis – wenn möglich – Modernisierungs-Empfehlungen abgebildet.

Was welche Variante bedeutet!

  • Der Verbrauchsausweis: Energieausweis auf Basis des gemessenen witterungsbereinigten Verbrauchs.
  • Der Bedarfsausweis: Energieausweis, der den ingenieurtechnisch berechneten Energiebedarf rechnerisch unter Normbedingungen ermittelt – Nur diese Variante ist als rechnerischer Nachweis für die Beantragung von nichtrückzahlbaren KfW-Zuschüssen und/oder zinsgünstigen KfW-Krediten zu verwenden.
  • Für Neubauten gelten baurechtlich nur Energiebedarfsausweise als Nachweis für die Einhaltung der energetischen Mindestanforderungen lt. EnEV.

Welcher Ausweis ab wann und für welche Gebäude?

Welcher Ausweis ab wann und für welche Gebäude?

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Wann muss der Energieausweis – für Wohngebäude – ausgestellt bzw. vorgelegt werden?

  • Ausweispflicht besteht bei Ein- oder Zweifamilienhäusern nur dann, wenn sie verkauft, vermietet, verpachtet oder verleast werden. Dann ist er potenziellen Interessenten vorzulegen.
  • Vermietete Mehrfamilienhäuser benötigen generell einen Energieausweis. Bei Neuvermietungen (Mieterwechsel) ist er dem Mietinteressenten vorzulegen.

Wer stellt den Energieausweis aus?

  • Energieausweise dürfen nur von qualifizierten Baufachleuten ausgestellt werden.
  • Zu diesen gehören insbesondere unabhängige Ingenieure und Architekten die Produktneutral und ohne Gewinnerzielungsabsicht beratend tätig sind.
  • Ab der EnEV 2007 sind bereits bestimmte Berufsgruppen, z.B. Handwerksmeister, nur noch dann zur Ausstellung von Energieausweisen berechtigt, wenn Sie eine entsprechende Qualifikation nachweisen können und bei der BAFA bereits vor dem 25.04.2007 als Energieberater gelistet waren.

Was kostet der Energieausweis?

  • Je nach Gebäudetyp und bereitgestellter Unterlagen sind die Kosten zwischen Aussteller und Auftraggeber frei zu vereinbaren.
  • Wichtig: Wer im Zuge seiner Sanierungsplanung eine zertifizierte Vor-Ort-Energieberatung durchführen lässt, kann die ermittelten Daten später sehr einfach in den offiziellen Energieausweis übertragen lassen.

Der Energieausweis für Nichtwohngebäude (NWG) wurde am 01.07.2009 Pflicht!

  • Bei Verkauf, Vermietung, Verpachtung, Leasing von Nichtwohngebäuden die bspw. als Produktions- und Werkstätten, Büro- und Geschäftshäuser, Hotels und Gaststätten genutzt werden.
  • Für Nichtwohngebäude ist der Energieausweis seit dem 1. Juli 2009 Pflicht und es kann grundsätzlich zwischen verbrauchs- und bedarfsorientierten Ausweisen gewählt werden. Bedarfsorientierte Bilanzierungen sind nach DIN 18599 durchzuführen.
  • Bei gemischt genutzten Gebäuden muss der Energieausweis getrennt für den Wohn- und den gewerblich genutzten Bereich ausgestellt werden (zwei Energieausweise).
  • Der Eigentümer eines Gebäudes, in dem sich mehr als 500 Quadratmeter oder nach dem 8. Juli 2015 mehr als 250 Quadratmeter Nutzfläche mit starkem Publikumsverkehr befinden, der auf behördlicher Nutzung beruht, hat dafür Sorge zu tragen, dass für das Gebäude ein Energieausweis ausgestellt wird. Der Eigentümer hat den nach Satz 1 ausgestellten Energieausweis an einer für die Öffentlichkeit gut sichtbaren Stelle auszuhängen. Wird die Nutzfläche nicht oder nicht überwiegend vom Eigentümer selbst genutzt, so trifft die Pflicht zum Aushang des Energieausweises den Nutzer. Der Eigentümer hat ihm zu diesem Zweck den Energieausweis oder eine Kopie hiervon zu übergeben.

Übrigens:

Energieausweise sind für maximal zehn Jahre gültig, dann müssen sie erneuert werden. Das gilt auch für alle bereits existierenden Dokumente die vor der Einführung des offiziellen Energieausweises erstellt wurden.

Befreit vom Energieausweis sind z.Z. Gebäude die mindestens eine der nachfolgenden Regelungen der Energieeinsparverordnung (EnEV 2014) erfüllen:

  • Das Gebäude wird nicht unter Einsatz von Energie beheizt oder gekühlt (§1, Abs.2, EnEV2014)
  • Das Gebäude wird zur Unterbringung von Asylsuchenden und Flüchtlingen genutzt (§25a, EnEV2013) – die Befreiung gilt zunächst für bis zu 5 Jahren

oder, es handelt sich um ein Gebäude – gemäß §1, Abs.3, EnEV 2014 – für das eines der nachfolgenden Kriterien zutrifft:

  • Betriebsgebäude, die überwiegend zur Aufzucht oder Haltung von Tieren genutzt werden
  • Betriebsgebäude, soweit sie nach ihrem Verwendungszweck großflächig und lang anhaltend offen gehalten werden müssen
  • unterirdische Bauten
  • Unterglasanlagen und Kulturräume für Aufzucht, Vermehrung und Verkauf von Pflanzen
  • Traglufthallen und Zelte
  • Gebäude, die dazu bestimmt sind, wiederholt aufgestellt und zerlegt zu werden, und provisorische Gebäude mit einer geplanten Nutzungsdauer von bis zu zwei Jahren
  • Gebäude, die dem Gottesdienst oder anderen religiösen Zwecken gewidmet sind
  • Wohngebäude, die für eine Nutzungsdauer von weniger als vier Monaten jährlich bestimmt sind
  • Wohngebäude, die für eine begrenzte jährliche Nutzungsdauer bestimmt sind, wenn der zu erwartende Energieverbrauch der Wohngebäude weniger als 25 Prozent des zu erwartenden Energieverbrauchs bei ganzjähriger Nutzung beträgt
  • sonstige handwerkliche, landwirtschaftliche, gewerbliche und industrielle Betriebsgebäude, die nach ihrer Zweckbestimmung auf eine Innentemperatur von weniger als 12°C oder jährlich weniger als vier Monate beheizt sowie jährlich weniger als zwei Monate gekühlt werden
  • es handelt sich um ein kleines Gebäude mit nicht mehr als 50 Quadratmetern Nutzfläche gemäß § 16 Abs. 5 EnEV 2014 bzw. § 2 EnEV 2014
  • es handelt sich um ein Baudenkmal – gemäß §16, Abs.5, EnEV2014 bzw. §2, EnEV2014 (Baudenkmäler sind nach Landesrecht geschützte Gebäude oder Gebäudemehrheiten. Da der amtliche Denkmalschutz in die Kompetenzen der Bundesländer fällt, gibt es in den einzelnen Bundesländern verschiedene Begriffsdefinitionen. In einigen Bundesländern wird der Begriff „Denkmal“ bzw. „Kulturdenkmal“ verwendert. Baudenkmäler im Sinne der EnEV sind z.B. auch Gebäude, die unter Ensembleschutz fallen.

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